Streusel

Ratgeber

Newsletter-Abonnenten gewinnen

Die besten Abonnenten sind Leute, die schon bei dir waren. Deshalb funktionieren die unspektakulären Wege besser als jede Kampagne.

Adresse sichern

Die Reihenfolge, die sich lohnt

Nach Wirkung geordnet, nicht nach Aufwand:

1. Der Moment im Laden oder nach dem Termin. Jemand ist gerade da, gerade zufrieden und hat das Handy in der Hand. Ein QR-Code an der Kasse oder auf der Rechnung mit einem Satz daneben: „Donnerstags per Mail, was am Wochenende da ist.“ Kein anderer Weg hat eine ähnliche Zustimmungsrate.

2. Die E-Mail-Signatur. Eine Zeile unter jeder Mail, die du sowieso schreibst. Kostet nichts, wirkt dauerhaft, erreicht genau die Leute, die schon mit dir zu tun haben.

3. Der Link in der Bio. Instagram, Facebook, TikTok. Wichtig ist, dass er zu einer Anmeldeseite führt und nicht auf eine Startseite, auf der man suchen muss.

4. Der Marktstand, die Hofführung, der Adventsmarkt. Ein Aufsteller mit QR-Code. Dieselbe Logik wie im Laden.

5. Bestandskunden fragen. Eine einzelne, persönliche Mail an Leute, die dir schon geschrieben haben: was du künftig verschicken willst, wie oft, und die Bitte, sich anzumelden. Einmal, nicht als Serie. Wichtig: Bitte um Anmeldung, nicht einfach eintragen — dazu unten mehr.

6. Der Beitrag über den Newsletter. In sozialen Netzen ein Ausschnitt aus der letzten Ausgabe, mit dem Hinweis, wo es das vollständig gibt. Zeigt, was man bekommt, statt es zu behaupten.

Was den Unterschied macht

Sag, was drinsteht und wie oft. „Newsletter abonnieren“ ist kein Angebot. „Donnerstags eine Mail: was am Wochenende im Regal liegt, plus ein Rezept“ ist eines. Menschen melden sich für einen Inhalt an, nicht für eine Funktion.

Frag nach so wenig wie möglich. E-Mail-Adresse, optional Vorname. Jedes weitere Pflichtfeld kostet Anmeldungen, und bei einem Newsletter ist es rechtlich schwer zu begründen.

Mach den ersten Newsletter gut. Die höchste Abmelderate hat immer die erste Ausgabe. Wenn die hält, was die Anmeldung versprochen hat, bleiben die Leute jahrelang.

Schick die erste Ausgabe schnell. Zwischen Anmeldung und erster Mail sollten keine sechs Wochen liegen — sonst ist vergessen, warum man sich angemeldet hat, und die Mail sieht aus wie Spam.

Der rechtliche Rahmen in vier Zeilen

Der letzte Punkt ist der, an dem es teuer wird. Eine Liste mit 400 selbst eingetragenen Adressen ist keine Liste, sondern ein Risiko. Details unter Newsletter und DSGVO.

Was nicht funktioniert

Gewinnspiele. Bringen Adressen von Leuten, die den Preis wollten. Die Abmelderate bei der ersten echten Ausgabe ist hoch, und die Zustellbarkeit leidet.

Gekaufte Listen. Rechtlich unzulässig, praktisch wertlos, und die Spam-Beschwerden beschädigen deinen Absender dauerhaft.

Ein Pop-up nach zwei Sekunden. Ohne Website ohnehin kein Thema — und auch mit Website nervt es Leute, die noch nicht wissen, wo sie sind.

„Melde dich für unseren Newsletter an“ ohne alles. Kein Inhalt, kein Rhythmus, kein Grund. Genau so bleibt die Liste bei 30 Kontakten.

Realistische Zahlen

Ein Hofladen mit gutem QR-Code an der Kasse sammelt über ein Jahr ein paar hundert Anmeldungen. Eine Coachin über Signatur und Bio vielleicht zwanzig im Monat. Das klingt wenig und ist es nicht: 300 Leute, die dich wirklich lesen wollen, sind mehr wert als 3.000 Follower, von denen der Algorithmus 200 auswählt.

Bei Streusel ist die Anmeldeseite Teil der Adresse — streusel.io/u/dein-name, mit Formular und Double-Opt-in, ohne Website. Wie das aussieht, steht auf der Seite Newsletter ohne Website.

Häufige Fragen

Wie viele Abonnenten braucht ein Newsletter, damit er sich lohnt?

Es gibt keine Untergrenze. Bei einem Hofladen können 150 Stammkunden am Samstag den Umsatz verändern. Wichtiger als die Zahl ist, dass die Leute sich selbst angemeldet haben.

Darf ich meine Kunden fragen, ob sie den Newsletter wollen?

Fragen ja — eintragen nein. Eine einzelne persönliche Mail mit der Bitte um Anmeldung ist ein anderer Vorgang als die Aufnahme in eine Werbeliste. Wo genau die Grenze liegt, gehört im Zweifel geprüft.

Lohnt ein Rabatt für die Anmeldung?

Bei Läden ja, wenn er zum Angebot passt. Wichtig ist, dass die Anmeldung nicht daran gekoppelt wird — die Einwilligung muss freiwillig bleiben.

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